17:18h, Montag 08.02.2010
Angebot im Ev. Johanneswerk für Hinterbliebene nach Suizid
Die Frage nach dem Warum bleibt
Bielefeld-Schildesche. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist sehr schwer. Nach einem Suizid stellen sich Angehörige, Freunde und Bekannte zudem die Frage nach dem Warum. Sie suchen nach Verantwortlichen, Antworten und Gründen für den Suizid und verlieren sich in Selbstzweifeln, Selbstvorwürfen oder ihrer Betroffenheit. Für diese Menschen bietet die Hospizarbeit im Ev. Johanneswerk ab Ende Februar 2010 einen Gesprächskreis an.
Unter Leitung von Sigrid Dziurzik können sich Hinterbliebene alle 14 Tage, dienstags ab 18 Uhr, treffen und mit anderen über ihre Ängste und Gefühle sprechen, ihre Erfahrungen austauschen und versuchen mit ihrem Verlust umzugehen. Die Diplom-Pädagogin hat sich auf das Thema Suizid und die Arbeit mit Hinterbliebenen spezialisiert und spricht vor Beginn des Gesprächskreises mit jedem Kursteilnehmer persönlich. Daher sollen sich die Interessierten vorher für den Gesprächskreis anmelden.
Verschiedene Ursachen können einen Menschen dazu bringen, sich selbst zu töten: der plötzliche Verlust eines nahestehenden Menschen, Krankheit, Schulden, Arbeitslosigkeit, Trennung oder Depressionen. Nicht immer bekommen die Familien oder Freunde etwas von den Ängsten und Nöten mit. In Deutschland nehmen sich, laut der Technischen Universität Dresden, pro Jahr zirka 10.000 Menschen das Leben. Doch in der Gesellschaft ist das Thema Suizid ein Tabu. Die Angehörigen sind mit ihrer Trauer und Verzweiflung allein gelassen.
kristina.juergenhake
Der Beitrag wurde am Montag, dem 08. Februar 2010 um 17:18 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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